Wir sind Deutschland - Wir sind mehr!

Es ist nun 28 Jahre her, dass Deutschland offiziell am 03.10.1990 wiedervereinigt wurde. Man kann sicherlich die Art und Weise, WIE wiedervereinigt wurde, gut oder schlecht oder zumindest abwägend sehen - DASS die Mauer fiel, dass Grenzen abgebaut und Menschen wieder zusammenfinden konnten, kann aber meiner Ansicht nach niemand für schlecht empfinden. Dieses Ereignis wird daher immer berechtigerweise ein wegbereitender Punkt der deutschen und europäischen Geschichte sein. Zusammen mit einem meiner besten Freunde, Niklas Wenzel, haben wir bereits Monate vor diesem Gedenktag darüber gesprochen, was dies eigentlich "für Deutschland" bedeutet hat. Und dabei sind wir immer wieder auf die Frage zurückgekommen, was eigentlich mit "Deutschland", mit "Deutsch" gemeint ist. Soziologen, Etymologen, Historiker, Kulturwissenschaftler und Politiker können sich darüber stundenlang auslassen und sich - so stand jetzt - am Ende nicht wirklich auf ein Ergebnis einigen. Zu vielschichtig, zu unterschiedlich, zu weit verzweigt und mittlerweile zu undurchsichtig sind die verschiedenen Bräuche, Sprachen, Werte, Ansichten und Persönlichkeiten in unserem Staatsgebiet geworden, dass sich "Gemeinsamkeiten", auf die wir uns alle einigen können, noch finden lassen. Mich als Jurist hat gewissermaßen gefreut, dass man sich zumindest darauf weitestgehend einigen kann, dass unsere Verfassung ein gemeinsames Identitätsmerkmal ist und "Deutschsein" stiften könnte.

 

Nachdem Niklas und ich darüber so lange gesprochen haben, haben wir den Wunsch gefasst, diesen Nationalfeiertag dazu zu nutzen, über diese durchaus wichtige Frage nachzudenken und sprechen. Wir zumindest haben unsere Idee dieses Tages, unsere Defintion von "Deutschsein" gefunden.


Deutschland ist bunt, Deutschland ist vielseitig, Deutschland ist eben mehr als nur Nationalismus! Es ist nicht schlimm, sich zu freuen, dass man in Deutschland lebt und dies in seinem Pass stehen hat. Zumindest solange man es nicht als Abgrenzung und Höherstellung der eigenen Personen gegenüber anderen nutzt. Wir können alle so froh sein, dass wir unseren bescheidenen Teil dazu beitragen, in einem friedlichen, bunten und wohlhabenden Land inmitten Europas zu wohnen. Den Tag der Deutschen Einheit muss man inklusiv, nicht exklusiv feiern. Es ist wundervoll, dass wir so ein vielseitiges und buntes Land in Europa sind.

 

Weil wir finden, dass es einfach viel schöner ist, FÜR statt GEGEN etwas zu sein, haben wir daher die Veranstaltung "Wir sind Deutschland. Wir sind mehr" ins Leben gerufen. Bewusst überparteilich haben wir versucht, alle Vereine und mit diesen Werten übereinstimmende Parteien einzuladen und gemeinsam diesen Tag zu feiern. Angefangen beim Neptunbrunnen, sind wir zum La Spezia Platz gegangen, um dort von den Vertreterinnen und Vertretern der politischen Parteien ihre Gedanken zu diesem Thema zu erfahren. Danach haben wir die National- und die Europahymne gesungen.

 

Ich bin wirklich überwältigt gewesen, wie bunt, wie vielfältig die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Bereichen der Gesellschaft waren! Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben mit uns gefeiert und danach noch lange miteinander diskutiert. Tausend Dank an die Uni Bayreuth für die technische Ausstattung, das Glashaus für das Frontbanner und die technische Manpower und natürlich an Niklas für die Hilfe und Unterstützung. Wir versprechen Euch, das nächstes Jahr wieder zu planen! Und diesmal auch etwas früher, dass auch wirklich alle Bescheid wissen :)

 

Hier der Beitrag im Nordbayerischen Kurier: www.kurier.de/inhalt.auf-dem-marktplatz-3-oktober-eine-demo-fuer-die-mitte

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