Lehrpreis der RW-Fakultät

Vermutlich ist eine Mischung aus Prägung meines Elternhauses, einer "Papa-Attitüde" und der Freude daran, sich selbst reden zu hören... jedenfalls hat mir das Unterrichten schon als Student unheimlich gut gefallen, nun als Dozent noch umso mehr. Und damit meine ich nicht nur das Vortragen selbst und die Interaktion mit den Studis - auch die Vorbereitung, die vielen Überlegungen, welche Bilder man für komplizierte Probleme verwenden und welche unterschiedlichen Erklärungsansätze man formulieren könnte. Klingt ziemlich spießig, wenn man mal so drüber nachdenkt.

 

Aber tatsächlich stellt dieser Anspruch an sich selbst, neben der "normalen" Arbeit auch noch seine Doktorarbeit zu schreiben und vernünftige Lehre zu gestalten, einen vor nicht so kleine Herausforderungen. Will man Lehre ordentlich vorbereiten, nachbereiten, auf Fragen auch außerhalb der Unterrichtszeiten eingehen können und die rechnet man die Unterrichtsstunden selbst ein, so kommt man schnell auf eineinhalb Tage. Kommt dann noch das übliche Arbeitpensum im Büro dazu, ist man ganz schnell bei weiteren drei Tage. Bleibt nominell noch ein Tag für die Doktorarbeit - was natürlich hinten und vorne nicht reicht. Ich will mich gar nicht darüber beschweren: Die Arbeit hier macht Spaß, ist abwechslungsreich und herrlich fordernd, gerade wenn man wie ich das Glück hat, gleich zwei neue Studiengänge mit entwickeln, umsetzen und betreuen darf. Aber ich kann durchaus verstehen, wieso einige Kolleginnen und Kollegen die Zeit und Muse nicht dafür finden, ihre Priorität aufs Unterrichten zu legen.

 

Ich jedenfalls fühle mich durch diese Auszeichnung sehr geehrt und will sie als Anreiz nehmen, weiterhin so viel Zeit und Gedanken in meinen Unterricht zu stecken. Wer weiß, vielleicht stehe ich irgendwann jeden Tag in einem Hörsaal und erzähle witzige Geschichten ;-)

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