Holocaust-Gedenktag - Trauer und Freude mit dem Zamirchor

Ich muss unserem lieben Halil Tasdelen für diese einzigartige Einladung danken. Er nahm mich mit auf ein Konzert des jüdischen Zamirchors zum Holocaust-Gedenktag. Insbesondere im letzten und vorletzten Jahr habe ich einige Länder in Osteuropa bereist, in welchen die jüdische Geschichte oftmals präsenter und plastischer aufbereitet war, als in unserem Land. Ich wage kaum eine Aussage darüber zu treffen, welchen Eindruck das Warschauer Ghetto oder der alte Friedhof auf mich gemacht haben, welches Interesse an der Kultur das jüdische Viertel in Prag in mir geweckt hat oder welche Schwere und Bürde die jüdische Synagoge in Budapest repräsentierten. Darum hat es mich wohl auch so berührt, als ich diesen Chor singen hörte: Voll der Trauer, aber auch voll der Stärke wurde zu Gedenktag von 80 Jahren Reichspogromnacht gesungen. Das zeigt, wie viele Emotionen immer noch mit den schrecklichen Taten von damals verbunden sind.

 

Und wie aktuell sie erschreckender Weise wieder werden. Wie kann es sein, dass Parolen wieder salonfähig sind, die "Judenhass" im Besonderen oder "Anderssein" im Allgemeinen verurteilen? Einen Menschen anhand seiner Kultur, seiner Religion, seiner Herkunft zu beurteilen und abzulehnen, kann nicht unsere Art sein! Ich lehne dies strickt ab. Dankbar bin ich daher um die Schlussworte, die da waren: "Schließt niemanden aus, vertreibt niemanden und achtet jeden: Wir sind schließlich alle Menschen dieser Erde, nicht mehr und nicht weniger". Ich kann jedem und jeder nur empfehlen, dies zu beherzigen und anhand der Geschichte zu lernen, was wir niemals vergessen dürfen und zu verhindern suchen sollten!

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