Nominierung zum Oberbürgermeisterkandidat - Meine Gedanken

Ich könnte Euch jetzt beschreiben, was an der Nominierungsveranstaltung passiert ist: Die Tagesordnungspunkte, die Themen, das formale Ergebnis. Aber ich glaube, dass es viel spannender ist, zu lesen, wie ich diesen Tag empfunden habe. Und es gab viel zu empfinden, habe ich doch bis heute gebraucht, um alle Gedanken und Emotionen aufzuarbeiten.

 

Wirklich realisiert habe ich erst am Vorabend, was an diesem Sonntag passieren wird. Genauer gesagt in dem Moment, in welchem ich die Rede ein letztes Mal geübt und meine Kleidung zurecht gelegt habe. Dann fing die Nervosität an. Natürlich erwartet man von einer Führungsperson, dass sie öffentliche Auftritte souverän meistert. Mir ist das alles nicht neu: Schon als 18-Jähriger habe ich den Abiball organisiert und vor 400 Gästen die Abschlussrede gehalten. Ich habe vor einem vollen Audimax mit 600 Leuten unterrichtet oder Preise vergeben, habe Sitzungen in der Fachschaft mit 60 Mitgliedern geleitet und in Kolloquien vor Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorgetragen. Doch ein solcher Tag ist dann doch etwas besonderes. Und ich glaube, dass es nur angebracht ist, innerlich zu bangen, solange man nach außen ruhig bleibt. Diese Ruhe hat sich dann auch langsam in mir breit gemacht, als vor allem Lob in den Grußworten aufkam. Bis zu diesem einen Satz, in welchem Anette Kramme verkündete: "Ich vermute, es ist Vorstellung des Kandidaten gewünscht. Andi, komm bitte vor und erzähle uns Deine Zukunft für Bayreuth".

 

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man neben sich steht und sich selbst aus der Sicht eines Dritten beobachtet? So ging es mir einige Zeit, während ich in meiner Nominierungsrede versucht habe, die Delegierten von meiner Vision für Bayreuth zu überzeugen. Es ist im ersten Moment schon ein unwirkliches Gefühl, vor so vielen gestandenen Politikern und Politikerinnen zu stehen und seine Ideen vorzutragen - und am Ende dafür mit einer einstimmigen Wahl honoriert zu werden. Doch je mehr man redet, je mehr man seine eigenen Gedanken und Gefühle teilt und dafür Nicken, freudiges Lachen und Applaus bekonnt, desto mehr findet man zu sich selbst zurück und gewinnt Sicherheit. Sicherheit darin, dass die eigene Ideen für Bayreuth eine gute Zukunft bedeuten ist.

 

Welch Moment, als Anette Kramme das Ergebnis verkündete und man feststellt, den vollen Rückhalt der Partei zu haben! Ich kann Euch sagen, es ist unbeschreiblich. Es fällt kein Stein vom Herzen, eine ganzen Alpenregion löst sich da in einem. Und man lacht nur noch und schwankt zwischen Freude, Dankbarkeit und tiefstem Respekt gegenüber den anstehenden Aufgaben. Es gilt jetzt nicht mehr nur die SPD von sich zu überzeugen, sondern der ganzen Stadt Bayreuth ein Angebot zu machen, das sie guten Gewissens wählen kann.


Ja, ich will in Bayreuth bleiben.

Ja, ich will auch noch in 20, 30 Jahren in einer lebenswerten und modernen Stadt leben!

Ja, ich werde diesen Job genau deshalb so ernst nehmen, weil ich die Folgen meines Handelns noch miterleben werden.

Ja, ich werde die Stadt für die Zukunft gestalten und nicht nur verwalten.

Ja, ich kann dies nicht allein, sondern nur der Hilfe der Bürgerinnen und Bürger und der Partei gemeinsam schaffen.

 

In Bayreuth steckt so enorm viel Potential. Wir haben so viele schlagkräftige Unternehmen, den Tourismusmagnet Weltkulturerbe mit Wagner und ganz viele kluge Köpfe. Daraus kann man mehr machen! Daraus muss man mehr machen, um die vielen Megatrends meistern zu können. Digitalisierung, Urbanisierung, Energiewende, Klimawandel und Globalisierung machen nicht vor Bayreuth halt. Besser, wir packen diese Herausforderungen heute an, als morgen die Quittung dafür zu bekommen. Lassen Sie uns Bayreuth gemeinsam zu einer Innovationsstadt voller kreativer Köpfe, Unternehmensgründungen und einem unschlagbaren kulturellen und sportlichen Angebot entwickeln. Begleiten wir dieses Wachstum durch bezahlbaren und hochwertigen Wohnraum. Probieren wir neue Möglichkeiten des Wohnens und Arbeitens aus. Gehen wir moderne Wege im Verkehr, sodass wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad sicher und schnell am Stadtgeschehen teilnehmen können. Gestalten wir unsere Stadt barrierefrei, sodass das Alter, die Lebensumstände oder eine Behinderung niemanden daran hindern, mitten in der Gesellschaft zu sein. Schützen wir zusammen unsere grünen Oasen und tragen wir unseren Teil dazu bei, etwas Gutes für die Umwelt zu tun!

 

Kurzum: Machen wir Bayreuth fit für Zukunft mit neuen Ideen und Visionen!

 

Ich werde Euch am Ende nichts versprechen können. Ich werde Euch nur versprechen, dass ich mit vollem Einsatz meine Fähigkeiten in die Zukunft dieser Stadt stecken werde. Mit Mut und Freude und frischem Wind.

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