Sporttalk - Bayreuth auf dünnem Eis

Als wir im März damit begonnen haben, war mir noch nicht klar, WIE viel Spaß und Erkenntnisse das "Talk-Format" bringen würde. Sich mit Expertinnen und Experten aus einem Themenkreis zusammensetzen und Meinungen austauschen ist einfach zutiefst vernünftig für eine keineswegs allwissende Partei und Ihre Funktionsträger. Umso hat es mich gefreut, dass der Sporttalk unter dem Zeichen des Eissportes auch wieder klar gezeigt hat: Wir hatten den richtigen Riecher, dass es hier ein Problem gibt und die richtigen Leute bei der Hand, um darüber zu reden! Am Donnerstag moderierte ich entsprechend das Podiums bestehend aus Michael Schwellengreber, 1. Vorsitzender des EHC Bayreuth, Matthias Wendel, Geschäftsführer der Bayreuther Tigers, und Rudi Herold, Mitglied der Eishockey-Hobby-Mannschaft Icescrapers. Im Publikum befanden sich zudem Mitglieder der Eissportschützen sowie des BTS mit den Eiskunst- und Schnellläufern - denn Eissport ist mehr als nur Eishockey!

 

Wie immer fängt man zunächst damit an, sich anzuschauen, was überhaupt status quo ist. Das mittlerweile 40-jährige Stadion ist doch etwas in die Jahre gekommen. Die auf einem alten Ammonika-System basierte Kühlanlage ist bereits zweimal gebrochen und droht dies ein weiteres Mal. Außerdem muss sie zunächst einen Meter in die Tiefe kühlen, bevor sie die Eisfläche produzieren kann. Eine Gefahr und Energieverschwendung ohnesgleichen! Zudem ist das Stadion offen und somit energetisch schlecht - flair hin oder her, heute ist auf den Energieaufwand zu achten! Auch wären ein paar mehr Kabinen gerade als ständige Kabinen für den Jugenensport angebracht - von einem ordentlichen Kraftraum zur Benutzung der Jugendmannschaften mal abgesehen. Auch auch stets ein Problem ist: Durch die offene Halle fliegen Tauben ein und verschmutzen die Eisfläche: Eine Gefahr für alle Eissportlerinnen und Eisportler.

 

Ein zweiter großer Streitpunkt ist die Frage der Hallenbelegung: Wenn sich so viele Gruppen wie hier um die Fläche streiten, ist Ärger vorprogrammiert. Defacto reicht die Fläche bzw. die Eiszeit für die einzelnen Gruppen schlicht nicht aus. Dazu muss mal folgenden Hintergrund kennen: Die Stadt erhält hohe Fördermittel, wenn das Stadion über 50% zum öffentlichen Lauf genutzt wird. Dies ist der Fall, wodurch die Vereine die Flächen letztlich kostenlos nützen können. Hier sei auch anzumerken, dass dies sinnvoll ist: Das Eisstadion ist in öffentlicher Hand und hat den Auftrag, auch den Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt die Möglichkeit zu geben, privat Eissport zu betreiben. Gerade für Familien ein Riesenspaß! Wenn natürlich die Zeiten stimmen würden: Gerade etwa findet öffentlicher Lauf auch vormittags oder direkt um 13.15 Uhr statt. Da sind Schülerinnen und Schüler noch brav im Unterricht oder sollten eigentlich zu Hause sein und zu Mittag essen.

Was also tun? Auch hier sollte man seine Rolle als politischer Funktionsträger ernst nehmen und die Zukunft denken! Denn nur wer mutige Idee hat, wird Probleme lösen können! Um die obig angesprochnen Probleme anzugehen, sind letztlich folgende Maßnahmen notwendig:

(1) Eine neue Eisfläche. Ob diese nun in der Vision von Matthias Wendel auf Stelzen über dem Rotmain gebaut wird, als weitere Halle neben dem Eissstadion oder als ganz neue Mehrzweckhalle an einem anderen Ort, bleibt zu diskutieren. Fakt ist: Nur so können mehr Zeiten geschaffen werden, sodass alle Eissport betreiben können!

(2) Die Kühlanlage muss ausgetauscht und die Halle ganz oder an einer Seite geschlossen werden. Nur so verhindern wir eine gesundheitliche und umweltschädliche Katastrophe durch Auslaufen der Kühlanlage. Außerdem sorgt dies dafür, dass die Halle energetisch viel besser wird!

(3) Die Zeiten für den öffenlichen Lauf Familienfreundlich gestalten. Setzen wir die Zeiten nämlich auf den späteren Nachmittag und Abend, können Familien mit ihren Kinder nach der Schule bzw. nach der Arbeit endlich in der Breite ordentlich Eissport treiben.

 

Danke für diese tollen Eindrücke, es hat so Spaß gemacht! Ich bleibe an der Sach dran, versprochen.

Denn Bayreuhts Zukunft braucht Ideen. Und einen, der sie umsetzt!

 

Bericht Bayreuther Tagblatt: www.bayreuther-tagblatt.de/sport-talk-das-sind-die-sorgen-der-sportvereine_1

Einzelne Fotos by: www.matchinglightphotography.de

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